New Work Glossar

Was ist eine Denkfabrik?

Denkfabriken sind vor allem unter dem englischen Namen think thanks bekannt. Der Name stammt aus den Zeiten des Zweiten Weltkriegs und beschrieb einen abhörsicheren Ort, an dem militärstrategische Gespräche geführt wurden.

Später wurde der Begriff verwendet, um Bemühungen zu beschreiben, Experten verschiedenster Bereiche zum konzentrierten gemeinsamen Denken zusammenzubringen. Viele dieser Institutionen verfolgen dabei das Ziel, Einfluss auf politische Entscheidungen und die öffentliche Debatte zu nehmen. Dazu versammeln sie in der Regel Wissenschaftler*innen, Unternehmer*innen, Kommunikations- und Werbeexpert*innen sowie aktive und ehemalige Politiker*innen.

Die meisten Denkfabriken in Deutschland werden öffentlich finanziert, einige sind parteinah. In den angelsächsischen Ländern gibt es eine stärkere Tradition rein privat finanzierter Think-Tanks. Kritisiert wird dabei, z.B. durch den Soziologen Niklas Luhmann, dass durch Think-Tanks Geld in Macht übersetzt wird. Wer Think-Tanks finanziert, nimmt Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung und politische Agenden.

Der Begriff wird in der Alltagssprache deutlich loser verwendet, so werden z.B. auch Unternehmen oder Unternehmensteile als Think-Tanks bezeichnet, die Themenfelder aus einem kommerziellen Interesse heraus erforschen oder kreativ tätig sind.