New Work Glossar

Patenschaft Was ist das?
Drei Personen, die in einem Dreieck aufgestellt sind

Was ist eine Systemische Aufstellung (und wofür ist sie gut)?

Systemische Aufstellungen sind eine Methode aus Coaching und Therapie, mit der Beziehungen, Rollen und Dynamiken räumlich sichtbar gemacht werden. 

Das zentrale Prinzip der Aufstellungsarbeit lässt sich anschaulich mit dem Bild eines Mobiles beschreiben: Ein soziales System besteht aus Elementen, die über komplexe, oft unsichtbare Fäden miteinander gekoppelt sind. Gerät ein Element in Bewegung oder wird an einer Stelle gezogen, reagiert das gesamte Gefüge, um ein neues Gleichgewicht zu finden. Aufstellungen machen diese „Fäden“ und die daraus resultierenden Schieflagen im Raum greifbar.

So können sich etwa Familien- oder Teammitglieder selbst oder durch Stellvertreter*innen oder Figuren in einem Raum verteilen, um zu zeigen, welche Personen sich wie nah sind. So lassen sich verborgene Dynamiken und → Konflikte oft schneller erkennen als im reinen Gespräch.

Die systemische Aufstellung betrachtet nicht nur einzelne Beziehungen, sondern das gesamte System, in dem Menschen miteinander verbunden sind. Die Methode entstand in den 1980er- und 1990er-Jahren aus der systemischen Familientherapie und wurde unter anderem durch den heute umstrittenen Psychotherapeuten Bert Hellinger bekannt. Ende der 1990er-Jahre wurde der Ansatz unter anderem durch den Psychotherapeuten Gunthard Weber und den Management-Trainer Klaus Grochowiak auf andere Systeme wie Teams und Organisationen übertragen und zur Organisationsaufstellung weiterentwickelt.

Die Organisationsaufstellung ist damit eine spezifische Anwendungsform der systemischen Aufstellung. Sie nutzt räumliche Darstellungen, um Beziehungs- und Funktionsmuster in Unternehmen sichtbar zu machen – zum Beispiel zwischen Teams, Mitarbeitenden, Führungskräften oder auch externen Akteuren wie Kund*innen. Dabei werden nicht nur formale Strukturen abgebildet, sondern auch informelle Dynamiken wie Machtverhältnisse, Kommunikationswege, unausgesprochene Regeln oder Störungen in der Zusammenarbeit. Ziel ist es, funktionale oder dysfunktionale Bezüge im System erkennbar zu machen, die hinter → Spannungen, Blockaden oder unklaren → Rollen stehen.

Über diese Patenschaft
Maurice Malten | Supervision & Coaching

Maurice Malten | Supervision & Coaching

Solo-selbstständiger Berater

Maurice Malten ist Berater für Arbeitswelten, in denen innere Entwicklung und äußere Veränderung zusammenfinden. Als Supervisor, systemischer Lehrberater und Prozessbegleiter schafft er gruppendynamische Räume, in denen Spannungen nicht wegdiskutiert, sondern als Impulse genutzt werden. Sein Fokus: echte Beziehung, Rollenbewusstsein und das, was zwischen Menschen lebendig wird – auch wenn‘s knistert.