New Work Glossar

Patenschaft Was ist das?
Eine Person wird von einer Sprechblase in den Arm genommen.

Was ist die Transaktionsanalyse?

Die Transaktionsanalyse ist ein psychologisches Persönlichkeits- und Kommunikationsmodell, das menschliches Verhalten anhand unterschiedlicher Konzepte wie beispielsweise dem Ich-Zustands-Modell beschreibt. Dieses umfasst drei unterschiedliche Qualitäten – Denken, Fühlen und Verhalten:

  • Eltern-Ich (übernommene, verinnerlichte Normen und Werte) 
  • Erwachsenen-Ich (im Hier und Jetzt reflektierte Entscheidungsfähigkeit)
  • Kind-Ich (selbst entwickelte Schlussfolgerungen aus der Kindheit)

Das Modell dient dazu, zwischenmenschliche „Transaktionen“, also kleinste Einheiten des kommunikativen Austauschs, zu analysieren, mit dem Ziel, Muster, Konflikte oder Missverständnisse zu erkennen. Die Transaktionsanalyse wurde in den 1950er- und frühen 1960er-Jahren von dem kanadisch-amerikanischen Psychiater Eric Berne entwickelt. Seine grundlegenden Ideen veröffentlichte er zunächst in Fachartikeln und später in populären Büchern wie Games People Play (1964).

Heute wird die Transaktionsanalyse breit eingesetzt – insbesondere in Psychotherapie, Beratung, Coaching und Organisationsentwicklung. Sie wird dort sowohl zur Analyse von -> Konflikten als auch zur Stärkung von -> Selbstreflexion, Rollenbewusstsein und Beziehungsqualität genutzt. Sie kann helfen, Macht- und Rollenstrukturen bewusst zu reflektieren und Teamdynamiken transparent zu machen, z. B. kritische „psychologische Spiele“. So bezeichnet die Transaktionsanalyse dysfunktionale, repetitive Kommunikationsmuster, bei denen Menschen auf unbewusste Weise Konflikte oder Manipulationen ausspielen, anstatt direkt zu kommunizieren. Ein bekanntes Beispiel ist das Muster „Ja, aber …“, bei dem ein*e Hilfesuchende*r Rat bei einer Person sucht, aber dann alle Ratschläge mit einem „Ja, aber“ ablehnt – und so eine wiederkehrende frustrierende Interaktion erzeugt.

Die Kritik an dem Modell ist, dass es komplexe psychologische Prozesse sehr vereinfacht und manche Grundannahmen der Transaktionsanalyse, vor allem das Ich-Zustands-Modell, nicht ausreichend empirisch validiert sind. Dazu gibt es alternativ das Functional-Fluency-Modell der Pädagogin Dr. Susannah Temple, ein wissenschaftlich validiertes Messinstrument, das Verhalten statt Persönlichkeitsmerkmale misst. Als heuristisches Denk- und Kommunikationsmodell ist die Transaktionsanalyse hilfreich, um die Komplexität von Kommunikation sinnvoll zu reduzieren und um konstruktiv handlungsfähig zu werden.

Über diese Patenschaft
Deutsche Gesellschaft für Transaktionsanalyse

Deutsche Gesellschaft für Transaktionsanalyse

DGTA e. V.

Die DGTA ist Netzwerk und Berufsverband für Transaktionsanalyse in Deutschland. Mit einem humanistischen Menschenbild begleitet sie Menschen und Organisationen in Transformationsprozessen und fördert professionelle Beziehungsgestaltung in Arbeit und Führung. Durch qualitätsgesicherte Weiterbildungen, aktive Fachgruppen und verbindliche Standards ermöglicht die DGTA nachhaltige persönliche und berufliche Entfaltung. Sie verbindet psychologisches Fachwissen mit praktischer Anwendung für zeitgemäße Arbeitskultur und wirksame Kommunikation. Die DGTA ist in eine lebendige europäische (EATA, European Association for Transactional Analysis) und internationale Community (ITAA, International Transactional Analysis Association) eingebunden.